Wird Obersdorf von der Ostbahn abgekoppelt?

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Wird Obersdorf von der Ostbahn abgekoppelt?
Stiller Protest am Bahnhof Obersdorf

Obersdorf. Aus allen Nähten platzte am gestrigen Abend der große Saal im Café Konsum in Obersdorf. Die neu gegründete Bürgerinitiative, welche sich für den Erhalt des Bahnhofes Obersdorf einsetzt, hatte geladen und die Bürger erschienen sehr zahlreich. Die Bürger und Unternehmen aus dem Tourismusbereich, wie z.B. die Jugendherberge Münchehofe, die Touristenstation Drei Eichen oder Vermieter von Fremdenzimmern, machten noch einmal deutlich, wie wichtig dieser Haltepunkt nicht nur für die Gemeinde Obersdorf, sondern auch für die Region ist. Das „zarte Pflänzlein“ Tourismus fängt gerade an zu wachsen. Eine Streichung des Haltepunktes würde einen herben Rückschlag für die Gemeinde und die Region bedeuten. Auch aus energiepolitischen Gesichtspunkten sei eine Stillegung nicht nachvollziehbar, so Mitglieder der Bürgerinitiative. Gerade im Hinblick auf steigende Energie- und Kraftstoffkosten sollten doch die öffentlichen Verkehrsmittel immer mehr an Bedeutung gewinnen, so die einhellige Meinung. Herr Boßan, von der Interessengemeinschaft Ostbahn, zeigte sich beeindruckt von der großen Beteiligung und versuchte eingangs erst einmal klar zu stellen, dass er nicht gegen die Bürger ist. Er kämpfe schon seit Jahren für den Gesamterhalt dieser Strecke (die Ostbahn stand schließlich schon kurz vor der Stillegung) und verdeutlichte, dass weder er, als Vertreter der Interessengemeinschaft, noch die Bahn Einfluss auf solche Entscheidungen hätten. Letztendlich liegt es in der Hand des Landkreises und des Verkehrsministeriums, diese Strecke bei der Bahn zu bestellen. Und in Zeiten klammer Kassen wird, so Boßan weiter, nach jeder Möglichkeit der Einsparung gesucht.

Karl-Heinz Boßan von der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin - Gorzów spricht zu den Bürgern
Karl-Heinz Boßan von der IGOB spricht zu den Bürgern

Und da hätte der Haltepunkt Obersdorf mit durchschnittlich 47 Fahrgästen pro Tag leider keine guten Karten. Müncheberg hat im Vergleich dazu 1.097 Fahrgäste pro Tag. Herr Boßan ermutigte jedoch alle Beteiligten, zu kämpfen. Man muss den politischen Stellen zu zeigen, dass dieser Haltepunkt gebraucht und gewünscht wird. Er schlug vor, ein Konzept „Obersdorf 2025“ zu erstellen und bot auch jegliche Unterstützung der Interessengemeinschaft Ostbahn an. Abschließend unterstrich er nochmals, dass nach seinem Kenntnisstand eine Streichung des Haltepunktes nicht bevorsteht. Fest steht nur, dass der Betrieb dieser Strecke (wird aktuell von der NEB bedient) ab 2014 neu ausgeschrieben wird. Ob Obersdorf in dieser Ausschreibung berücksichtigt wird, liegt letztendlich am Ministerium. Es ist also noch Zeit für Bürger und Kommunalpolitiker, für den Bahnhof Obersdorf zu kämpfen.

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