Wenn Pflanzen in den Schlaf geschunkelt werden

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Wenn Pflanzen in den Schlaf geschunkelt werden
Dr. Grüneberg erforscht die Auswirkungen von Vibrationen auf Pflanzen.

Berlin. Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) stellte jüngst auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin ein Forschungsprojekt zur biologischen Wachstumshemmung von Pflanzen vor. Dabei wird der Einfluss mechanischer Reize auf das Wachstumsverhalten von Pflanzen untersucht. Ziel sei es, im Bereich der Zierpflanzen den Einsatz chemischer Hemmer zu verringern.

Nicht wenige Besucher blieben in der BioMarkt-Halle auf der diesjährigen Grünen Woche in Berlin verdutzt stehen und fragten sich, was es mit diesem rüttelnden Tisch voller Zierpflanzen auf sich habe. Die Idee, die dahinter steckt, ist im Grunde so einfach wie genial. Fast jeder kennt aus seiner Kindheit Hecken und Sträucher in der Nähe von Spielplätzen oder Schulen. Da haben Kinder die Angewohnheit im Vorbeigehen über die Pflanzen zu streichen, meist ohne sie zu beschädigen. Diese Reize, das hat die Wissenschaft mittlerweile herausbekommen, haben tatsächlich Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen. Welchen konkreten Einfluß mechanische Reize nun auf das Wachstum haben können, versucht Dr. Grüneberg mit seiner Forschung zu ergründen. In dem seit Oktober 2011 laufenden Projekt werden die Pflanzen in Langzeitversuchen verschiedenen mechanischen Reizen ausgesetzt. So wird untersucht, ob Rütteln, oder Wind gleichermaßen beeinflussend wirken. Auch die Reaktion auf Berührungen sei meßbar. Fest steht auch, dass nicht jede Pflanze gleichermaßen reagiert. Es gilt nun in Forschungsarbeit herauszufinden, welche Pflanze durch welche mechanische Einflüsse wie stark im Wachstum gehemmt wird. Die Ergebnisse könnten dann in vollkommen neuen Transportsystemen von Pflanzen Verwendung finden.

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