Verwaltung informiert über Umzugspläne von Grundschule und Hort

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Verwaltung informiert über Umzugspläne von Grundschule und Hort
Die Grundschule und der Schulhort sollen in die Müncheberger Bergmannstraße umziehen, wenn es nach den Plänen der Stadt Müncheberg geht.

Müncheberg. Bereits im November des vergangenen Jahres sorgte eine Elternumfrage, wo es um eine geplante Zusammenlegung von Grund- und Oberschule ging, für große Aufregung bei den Eltern in der Grundschule. In der Folge hieß es seitens der Verwaltung, dass es zwar Überlegungen gäbe, jedoch noch keine konkreten Pläne. Doch diese Situation habe sich nun grundlegend geändert, wie Fachdienstleiterin Maria Buch auf der Elternsprecherkonferenz am 10. April 2018  in der Grundschule mitteilte.

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Komplexe Betrachtung bei der Gebäudeproblematik erforderlich

Im nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung, am 13. März 2018, wurden die Abgeordneten bereits über die bauliche Situation der öffentlichen Gebäude der Stadt Müncheberg, insbesondere was den Brandschutz angeht, informiert. Davon betroffen ist demnach nicht nur die Grundschule mit dem H-Bau, sondern auch dem Rathaus der Stadt Müncheberg könnte eine Zwangsschließung wegen Mängeln im Brandschutz drohen. Die städtischen Kita´s, hier insbesondere die Kita Rappelkiste, seien auch betroffen. Doch hier gibt es bereits einen Grundsatzbeschluss der Abgeordneten für einen Neubau, der die neuen Anforderungen für öffentliche Einrichtungen erfüllen soll. Aufgrund der Gesamtproblematik und der Bedeutung für Müncheberg beschlossen die Stadtverordneten, mit der vorgelegten Präsentation an die Öffenlichkeit zu gehen.

Maria Buch, die von der Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky auf die Elternsprecherkonferenz begleitet wurde, betonte eingangs, dass aufgrund der Vielzahl der Probleme und der Anzahl der betroffenen Gebäude eine komplexe Betrachtung erforderlich sei. Darüber hinaus sei diese Präsentation lediglich eine erste ehrliche Bestandsaufnahme der Ist-Situation. Nun sei die Politik am Zuge, um die entsprechenden Entscheidungen zu fällen. Wichtig sei jedoch, dass bis zum 30.04.2018 Fördermittel im Rahmen des Kommunalinvestitionsfärdergesetzes (KInvFG) beantragt werden. Hier kann die Stadt Müncheberg als finanzschwache Kommune 493.385 Euro vom Land Brandenburg erhalten und für Schulen einsetzen. Der Grundsatzbeschluss über die Beantragung dieser Fördergelder wurde bereits in der Stadtverordnetenversammlung vom 5. April 2018 gefasst. Konkrete Maßnahmen, die damit finanziert werden sollen, gibt es zum gegenwertigen Zeitpunkt jedoch noch nicht. Doch zur Umsetzung sei noch bis 2021 Zeit.

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Bauarbeiten am H-Bau im laufenden Schulbetrieb unzumutbar

Ausgangspunkt der Überlegungen sei gewesen, dass die Bauarbeiten am H-Bau nicht, wie ursprünglich geplant, in mehreren Bauabschnitten über mehrere Jahre, sondern in einer Gesamtmaßnahme erfolgen werden. Dies hat zur Folge, dass ein paralleler Schul- und Hortbetrieb dort nicht mehr zumutbar sei. Alternativ wurde nun überlegt, die Klassenräume unter der Kleiderkammer für die 5. und 6. Klassen zu reaktivieren. Doch auch dieses Gebäude ist in einem sehr schlechten Zustand und müsste ebenfalls brandschutztechnisch hergrichtet werden. Überlegt wurde ebenfalls, ob Hort und Grundschule den Altbau gemeinsam nutzen könnten. Doch hier sei eine Betriebserlaubnis für den Hort fraglich, da nur Flächen ohne Tische und Stühle als Spielfläche anrechenbar seien. Letztendlich sei auch die Nutzung vom Neubau I für die Versorgung der Kinder ungeeignet, da die hygienischen Vorraussetzungen nicht gegeben sind und der Zugang zum Gebäude nur straßenseitig möglich ist.

Kita-Neubau würde sich um Jahre verzögern

Eine Reaktivierung des Gebäudes vom ehemaligen Speisesaal würde darüber hinaus den Neubau der Kita am Standort Müncheberg um Jahre verzögern. Hier hatte sich eine große Arbeitsgruppe mehrheitlich für eine Zwei-Standorte-Lösung ausgesprochen, wobei ein Standort die Fläche der jetzigen Kleiderkammer ist. Bei einer Verzögerung des Neubaus um mehrere Jahre, sieht die Verwaltung die Gefahr, dass die Betriebserlaubnis der Kita „Rappelkiste“ aufgrund der bekannten Mängel vorher erlöschen könnte.

Neben der Brandschutzproblematik sollte es auch grundsätzliche Überlegungen zum Schulstandort geben

Im Gegensatz zur Grundschule, die auch im kommenden Schuljahr wieder dreizügig starten wird, sind die Schülerzahlen an der Oberschule stagnierend bzw. sogar rückläufig. Aktuell besuchen rund 190 Schüler die Müncheberger Oberschule. Doch das Schulgebäude hat eine Kapazität von 775 Schülern. Und wenn Nachbargemeinden, wie zum Beispiel Rehfelde, ihre Pläne für Schulen umsetzen, könnten es noch deutlich weniger werden. Da nun der Landkreis, als Kostenträger für Oberschulen, jedoch die Kosten in Höhe von rund 900.000 Euro jährlich für das gesamte Gebäude tragen muss, stellt sich die Frage, ob das Landratsamt die Kosten künftig nicht effezienter einsetzen wird. Dann steht die Frage im Raum, ob an Müncheberg als Standort für die Klassenstufen 6 bis 10 überhaupt noch festgehalten wird. So gab es erste Ideen, einer gemeinsamen Nutzung des Schulgebäudes in der Bergmannstraße.

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Die Gemeinsame Nutzung des Gebäudes der jetzigen Oberschule könnte als Schulcampus oder als Schulzentrum erfolgen. Dabei würden bei einem Campus beide Schulen eigenständig bleiben, würden jedoch baulich und räumlich getrennt sein. Ein Schulzentrum würde auf der anderen Seite eine Verschmelzung beider Schulen zu einer Oberschule mit den Klassenstufen 1 bis 10 bedeuten. Und für diesen Fall seien weitere Fördermittel und Sonderförderungen möglich, wie die Schulrätin Appelt auf der Elternsprecherkonferenz bereits am 10. Januar in der Grundschule erklärte. Ganztagsschulen als Schulzentrum bedeutet eine Rückkehr zum Schulsystem 1. bis 10. Klasse. Aufgrund der Vorteile, wie beim Personal und der Gebäudeunterhaltung, sei diese Schulform vom Land Brandenburg favorisiert.

Brandschutzproblematik wird auch das Rathaus treffen

Wie bereits bei den Schulen, werden alle öffentlichen Gebäude einer Brandschutzkontrolle unterzogen. Dies sei sicher, so Maria Buch. Es gelten die Kriterien der Versammlungsstättenverordnung, wie die Breite der Flure, zwei unabhängige Fluchtwege für jeden Raum, Feuertreppen aussen und mehr. Hinzu kommt die Forderung nach Barrierfreiheit. Welche Folgen diese Überprüfung hat, kann niemand abschätzen. Als komplexe Lösung werden in der Präsentation folgende Schritte vorgeschlagen:

  1. Grundschule und Hort ziehen während der Baumaßnahmen mit in das Gebäude der Oberschule
  2. Kleiderkammer und Neubau I werden abgerissen (Verlegung der Heizungsanlage für den Standortkomplex)
  3. Beginn mit dem Neubau der Kita und gleichzeitige Sanierung des H-Baus

Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll dann geprüft werden, ob sich der „Schulstandort Bergmannstraße“ bewährt hat und man an diesem Standort bleiben wolle. Dann stellt sich nur die Frage der Nachnutzung vom Altbau und H-Bau der Grundschule. Hier, so die Verwaltung, könnte der Altbau als Rathaus dienen. Und der H-Bau könnte der Stadt Müncheberg als generationsübergreifende Begegnungsstätte für Bürger, Vereine, Senioren usw. dienen. Was dann mit dem Rathaus geschehen soll, bleibt noch offen.

Politik muss nun handeln

Nun sei die Politik am Zug, so Maria Buch abschließend und wurde dabei von Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky unterstützt. Die Probleme in Summe können auch nur nachhaltig gelöst werden, wenn man nichts aus den Überlegungen ausklammert. Man sei sich bewusst, dass noch viele Gespräche folgen werden. Und man nehme die Anregungen und Bedenken der Bürger sehr ernst. Als Beispiel nannte die Bürgermeisterin die schlechte Situation des Schulwegs zur Oberschule. Sie versicherte, dass auch diese Frage in einer Konzeption Berücksichtigung finden muss und wird. Als nächsten Schritt soll in der kommenden Sitzung die Stadtverordnetenversammlung einen Grundsatzbeschluss zur Erarbeitung einer Konzeption für den Bildungskomplex Müncheberg fällen. Ein Umzug der Grundschule sei jedoch nicht vor Sommer 2019 geplant.

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