Stadt Müncheberg spricht sich für einen Halbstundentakt aus

[Anzeige]
Stadt Müncheberg spricht sich für einen Halbstundentakt aus

Müncheberg/Potsdam. Bis zum 8. Dezember des vergangenen Jahres hatten die Kommunen im Land Brandenburg die Gelegenheit, zum Fortschreibungsentwurf des Landesnahverkehrsplans Stellung zu nehmen. Das Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr im Land Brandenburg (ÖPNV-Gesetz) schreibt hier alle fünf Jahre eine Überarbeitung bzw. die Fortschreibung vor. Und die letzte Aktualisierung stammt aus dem Jahre 2013. Im neuen Landesnahverkehrsplan sollen die Ziele für den Personennahverkehr für die kommenden 5 Jahre an die aktuellen demographischen Entwicklungen im Land Brandenburg angepasst werden.

[Anzeige]


Neben dem Busverkehr ist das Hauptnahverkehrsmittel in Müncheberg die Anbindung an die Ostbahn mit der Regionalbahnlinie 26 (RB 26). Und dafür sieht der Entwurf vom Landesnahverkehrsplan als Zielnetz ab 2022 „lediglich“ die Verlängerung der Linie von Berlin-Lichtenberg bis Ostkreuz vor. Eine Taktverdichtung ist im Entwurf jedoch nicht vorgesehen.

Die Stadt Müncheberg spricht sich für einen Halbstundentakt aus.

In einer offziellen Stellungnahme unterstreicht die Bürgermeisterin vorab die Bedeutung der Stadt Müncheberg in der Übergangsregion vom Berliner Umland zum Weiteren Metropolenraum (WMR). Hier nimmt Müncheberg mittlerweile eine zentrale Stellung in der Umgebung ein. Doch der Landesentwicklungsplan sieht eine Förderung zentraler Orte wie Müncheberg, die nicht Mittelzentrum sind, leider nicht mehr vor. Dies beraube Kommunen im ländlichen Raum die Entwicklungsoptionen, so die Kritik der Bürgermeisterin. Denn damit verbunden ist auch die nachrangige Berücksichtigung im Landesnahverkehrsplan. Steigende Einwohnerzahlen, auch in Müncheberg, zeigen schon jetzt, dass die ursprünglichen Entwicklungsprognosen überdacht werden müssen.

Die Regionalbahn 26 (RB26) ist somit für die weitere Entwicklung der Stadt Müncheberg und für die gesamte Oderregion von wesentlicher Bedeutung. Dieses ist im vorliegenden Entwurf  des Nahverkehrsplans auch unumstritten. Vielmehr wird festgestellt, dass die Verbindung von Berlin nach Kostrzyn die „bislang erfolgreichste und nachfragestärkste Linie im SPNV zwischen Berlin-Brandenburg und Polen“ ist.

Die Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky sieht aufgrund der wachsenden Nachfrage auf der Ostbahn die Notwendigkeit, diese wieder in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Weiterhin sieht sie die Notwendig der Taktverdichtung auf 30 Minuten, zumindest in den Früh- und Abendstunden. In Müncheberg sind zwei internationale Forschungseinrichtungen, das ZALF und das SDEI (Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut) ansässig. Neben den vielen Berufspendlern, reist auch ein Großteil der Mitarbeiter und Studenten dieser Einrichtungen täglich mit der Regionalbahn an.

Ortsteile brauchen mindestens wieder den Stundentakt

Weiterhin hat Müncheberg neben dem Bahnhof in Dahmsdorf noch zwei weitere Haltepunkte in Obersdorf und in Trebnitz. Diese werden mittlerweile nur noch alle 2 Stunden bedient. Hier sollten die Halte der Regionalbahn wieder stündlich erfolgen, zumindest im Berufsverkehr. Sie begründet die Forderung damit, dass mehr als die Hälfte der arbeitenden Bewohner eine Arbeitsstelle in Richtung Berlin hätten. Aktuell nutzen viele Einwohner den Bahnhof Fürstenwald/Spree, wo sie mit dem Regionalexpress RE1 in gut 30 Minunten ins Zentrum der Hauptstadt gelangen. Und der RE1 verkehrt pendlerfreundlich im 30-Minuten-Takt.

[Anzeige]


Benachbarte Gemeinden im Oderland äußerten sich ähnlich, forderten darüber hinaus eine Elektrifizierung der Ostbahn und einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau bis 2030. Genau so sah es ein erster Entwurf vom Bundesverkehrswegeplan auch vor. Positiv zu werten sind der zweigleisige Ausbau der Ostbahn zwischen Rehfelde und Strausberg und die Entflechtung von Regionalbahn und S-Bahn im Bereich Strausberg. Somit wäre eine Umstellung auf einen 30-Minuten-Takt zwischen Berlin und Müncheberg schon jetzt technisch möglich, wie ein Insider berichtet. Hier müsste nun die Politik entscheiden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*