Seit Juni 2017 gibt es in Müncheberg auch einen Bestattungswald

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Seit Juni 2017 gibt es in Müncheberg auch einen Bestattungswald
An einem kleinen See in der Gumnitz befindet sich der Bestattungswald der Stadt Müncheberg.

Müncheberg. „Klassische“ Friedhöfe gibt es einige in der Stadt Müncheberg, u.a. evangelische, katholische und auch städtische Friedhöfe. Und seit Juni 2017 gibt es in Müncheberg auch einen Bestattungswald. Dieser befindet sich an einem idyllischen kleinen See in der Gumnitz, nahe des Ortsteils Schlagenthin. Auf Einladung vom Bestattungshaus Rico Streul besuchten wir die neue Ruhestätte und ließen uns die Besonderheiten eines Bestattungswaldes erklären.

Lage des Bestattungswaldes Müncheberg
Unweit des Ortsteils Schlagenthin befindet sich der Bestattungswald der Stadt Müncheberg. Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Bei einer „gewöhnlichen“ Bestattung ist es üblich, dass man eine Grabstelle erwirbt, wo eine Sarg- oder eine Urnenbestattung möglich ist. Auf Wunsch darf dann ein Grabstein, mit persönlichen Angaben vom Verstorbenen, aufgestellt werden. Die Hinterbliebenen können die Grabstelle nach eigenen Vorstellungen bepflanzen und haben so die Möglichkeit ihren ganz persönlichen Ort der Trauer individuell zu gestalten.

In einem Bestattungswald geht es jedoch um Anonymität. Hier gibt es keine Grabsteine, aber auch keine Blumen und sonstigen Grabschmuck. Und das ist auch so gewollt. Lediglich unscheinbare Nummern an den Bäumen zeigen den Angehörigen und Hinterbliebenen an, wo der Verstorbenen seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Aufgrund der Offenheit des Friedhofes und der Lage inmitten eines Waldes sind keine Sargbestattungen, sondern ausschließlich Urnenbestattungen erlaubt. Und die Urnen dürfen auch nur aus biologisch abbaubaren Materiealen bestehen, also kein Metall oder Steingut.

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Für Beisetzungsfeiern wurde ein Andachtsplatz eingerichtet, wo die Urne vor der Beisetzung noch einmal aufgebahrt werden und den Trauernden einen würdigen Rahmen geben kann. Der eigentliche Ort der Beisetzung konnte zuvor auf dem 5,71 Hektar großen Areal frei gewählt werden. Dabei gibt es zwei Varianten, die Gemeinschafts- und die Familienruhestätte. Bei der Gemeinschaftsruhestätte erwirbt man je nach Ruhezeit, die bei 15 oder 99 Jahren liegt, eine von maximal 10 Grabstellen an einem Gemeinschaftsbaum. Die Kosten belaufen sich hierfür auf 700 Euro für 15 und auf 1.500 Euro für 99 Jahre. Alternativ dazu kann als Familienruhestätte ein Generationenbaum erworben werden, wo die 10 dazugehörigen Grabstellen ausschließlich Familienmitgliedern vorbehalten sind. Die Ruhezeit beträgt 99 Jahren und die Kosten hierfür liegen zwischen 4.500 und 5.500 Euro, wobei es sich um Einmalbeträge handelt. Die Verträge für die Baumbestattung sind mit der Friedhofsverwaltung der Stadt Müncheberg abzuschließen. Angehörige und Hinterbliebene können sich dazu von ihrem Bestattungsunternehmen beraten lassen. Auch bieten einige Bestatter Vorort-Beratung und Vorsorgeverträge an.

Auf die Frage, was mit Blumen und Grabgestecken geschehen würde, die Hinterbliebene und Angehörige zu einer Beisetzung mitbringen, erklärte Rico Streul, dass diese vom Bestattungsunternehmen wieder mitgenommen werden. Schließlich dürfen diese nicht im Wald verbleiben. Sie werden jedoch nicht weggeworfen, sondern zum städtischen Waldfriedhof gebracht, wo sie am dortigen Gedenkstein für die anonymen Verstorbenen niedergelegt werden.

Im Bestattungswald Müncheberg dürfen Menschen aller Nationalitäten, Religionen und Wohnorte beerdigt werden. Seit der Widmung zum Bestattungswald fanden bereits 3 Beisetzungen statt.

 

 

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