Protestkundgebung für den Erhalt der Grundschule am Storchenturm

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Protestkundgebung für den Erhalt der Grundschule am Storchenturm
Rund 400 Teilnehmer protestierten gegen die Umzugspläne der Grundschule.

Müncheberg. Zur Stadtverordnetenversammlung am 4. Oktober 2018, wurden die Abgeordneten am Rathaus mit einer Geräuschkulisse aus Trillerpfeifen, Tröten und sonstigen krachmachenden Untensilien begrüßt. Mit dieser Protestkundgebung für den Erhalt der Grundschule am Storchenturm, wollten die rund 400 Teilnehmer mitteilen, dass sie gegen die Variante des Umzugs der Grundschule in die Bergmannstraße sind. Diese Variante hält jedoch die Stadtverwaltung für die sinnvollste Lösung einer komplexen Problematik, bestehend aus Brandschutzproblemen mit dem H-Bau und dem Rathaus und dem dringend notwendigen Kita-Neubau. Hinzu kommt dann noch die Frage, wie sicher die Oberschule am Schulstandort Müncheberg künftig noch sein wird.

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Zwar soll aus Richtung des Landkreises zu hören sein, dass der Standort der Oberschule in Müncheberg sicher ist. Doch beim Blick auf die Kostenentwicklung können da Zweifel aufkommen, dass die jetzige Situation von Dauer ist. Schon jetzt zahle der Landkreis für die Oberschule pro Jahr ca. 600 – 700 tausend Euro an die Stadt Müncheberg. Wie die Verwaltung auf Anfrage mitteilte, sollen dann in Zukunft noch die Kosten für die Müncheberghalle, welche die Oberschule für den Sportunterricht nutzt, hinzukommen. Das wären dann zusätzlich noch einmal rund 300 tausend Euro pro Jahr. Und bei einer Schülerzahl von rund 180 Schülern, deren Trend zuletzt sogar rückläufig war, gehört die Müncheberger Oberschule zu den teureren Schulen im Landkreis.

Protestler setzen vor allem auf Tradition

Die Initiatoren der Kundgebung forderten die Abgeordneten und die Verwaltung auf, die Grundschule an ihrem jetzigen Standort am Storchenturm zu belassen. Knapp 80 Prozent der Grundschulelternschaft wünschten sich dies, so das Informationsblatt der Veranstaltung. Weiter heißt es dort, dass die neue Kita, welche am Standort der jetzigen Kleiderkammer errichtet werden soll, den Schulhort mit aufnehmen könnte und der H-Bau somit komplett der Grundschule zur Verfügung stehen würde. Für die Zeit der notwendigen Sanierung des H-Gebäudes empfiehlt man eine Containerlösung, wie sie vielfach in anderen Kommunen praktiziert wird. Die Kinder sollten nicht an den Stadtrand gedrängt werden. Und neben technischen und finanziellen Überlegungen, sollten die Geschichte und Tradition der Stadt Müncheberg nicht unberücksichtigt bleiben. Eine Aufgabe des Altbaus mit seiner über einhundertjährigen Geschichte und die Verlagerung des Rathauses vom Stadtzentrum an den Storchenturm, sei für viele unvorstellbar.

Den kompletten Flyer der Kundgebung gibt es hier: Flyer

Schülerinnen und Schüler der Grundschule setzen sich für den Erhalt ihrer Schule am Standort Storchenturm ein.

Arbeitsgemeinschaft „Schulen“ prüft drei Varianten

Die von der Stadtverordnetenversammlung ins Leben gerufene Arbeitsgemeinschaft „Schulen“ tagte zu dieser Thematik bereits zwei Mal und führte ein Besichtungen beider Schulen durch. In dessen Ergebnis diskutierte das Gremium 7 verschiedene Varianten für den künftigen Schulstandort Müncheberg. Dabei wurden die Vorraussetzungen für Umsetzung, die Kosten und die Finanzierbarkeit, die Auslastung der Kapazitäten und die Konsequenzen für die Stadt thematisiert. Zusätzlich haben die Schulleiter beider Schulen die Vor- und Nachteilen der verschiedenen Varianten aus pädagogischer Sicht bewertet, wie Dr. Uta Barkusky in ihrem Bürgermeister-Bericht mitteilte. Letztendlich habe man sich auf drei Varianten geeinigt, die nun näher diskutiert werden sollten. Neben den Varianten Schulzentrum (Fusion beider Schulen zur Oberschule mit Klassenstufen 1 bis 10) und Schulcampus (zwei eigenständige Schulen an einem Standort), soll auch der Verbleib der Grundschule am jetzigen Standort weiter geprüft werden. Für diesen Fall sollte der Hort in die neu zu bauende Kita integriert werden. Zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im Dezember sollen dann zwei Varianten zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

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Bürgervertreter wollen das Ergebnis der AG „Schulen“ abwarten

Das Thema Schulen wurde in der Stadtverordnetenversammlung vom 4. Oktober dann eher indirekt behandelt. Denn im Tagesordnungspunkt 13 sollte die Umsetzung der Konzeption für den Neubau der beiden Kitas beschlossen werden. Hier empfahl jedoch der Bauausschuss der Bürgermeisterin, die Beschlussvorlage dahingehend abzuändern, dass nur mit der Planungsphase für den Kita-Neubau in Obersdorf begonnen werden sollte. Den Beginn der Planungen für Standort Müncheberg solle man zurückstellen, bis ein Ergebnis der Arbeitsgemeinschafte Schulen vorliegt. Dieser Empfehlung kam die Bürgermeisterin jedoch nicht nach.

„Wer die Kita dort baut, springt zu kurz“ (Hans Domke, Vorsitzender vom Bauausschuss)

In der anschließenden kontroversen Diskussion argumentierte die Verwaltung, dass der Neubau der Kita in Müncheberg so konzeptioniert sein soll, dass eine spätere bauliche Erweiterung möglich sei. Außerdem sollte aus finanzpolitschen Gründen die größere Kita zuerst gebaut werden, ergänzte dann noch die Kämmerin – und das sei nun mal die Kita in Müncheberg. Doch dieser Argumentation wollte der Großteil der Abgeordneten nicht folgen. Jürgen Deutschmann, von der Wählergruppe Obersdorf, äußerte die Befürchtung, dass dann Obersdorf letztendlich doch noch hinten runter fällt. Marga von Tankeren, von der Fraktion WG Aktion Zukunft), teilte diese Befürchtung und empfahl ebenfalls mit Obersdorf zu beginnen. „Dort sei doch alles klar.“ Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Norbert Buchholz, warb ebenfalls für eine Abtrennung des Standortes Müncheberg im Beschluss: „…wir sollten gleich vernünftig bauen und nicht erst ein bisschen und dann gleich wieder erweitern…“ Und wie in Müncheberg gebaut werden sollte, können man erst beurteilen, wenn das Ergebnis der Arbeitsgemeinschaft vorliegt.

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Der Antrag auf Abtrennung des Standortes wurde dann mit 12 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Hier wollen die Abgeordneten nun das Ergebnis der Arbeitsgemeinschaft Schulen abwarten. Dem vergleibenden Antrag auf Umsetzung der Konzeption des Kita-Neubaus wurde zugestimmt und die Verwaltung mit dem Beginn der Planungsphase für den Bau in Obersdorf beauftragt.

Verhalten der Verwaltung zur Protestaktion sorgt für Entsetzen

Bereits im Vorfeld der geplanten Protestkundgebung schien die Verwaltung viel daran zu setzen, diese zu verhindern, wie aus Kreisen der Organisatoren berichtet wurde. So sollen noch bis kurz vor Beginn der Veranstaltung auf beiden Seiten Gesetzestexte gewälzt worden sein, um zu klären was erlaubt sei und was nicht. Dabei ging es auch um die Zulässigkeit einer Mikrofonanlage. Zahlreiche Kinder berichteten darüber hinaus, dass ihnen untersagt wurde, etwas ins Mikrofon zu sprechen, weil die Veranstaltung sonst abgebrochen würde. Auch soll es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, insbesondere aus Schulen und Kitas, untersagt worden sein, an dieser Kundgebung teilzunehmen. Letztendlich sorgte der Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der am Eingang des Rathauses postiert war, für Aufsehen. Hier fragte dann ein Bürger in der Bürgerfragestunde in der Stadtverordnetenversammlung nach, ob eine Bewaffnung mit einem Schlagstock bei einer friedlichen Veranstaltung mit Kindern nicht deutlich überzogen ist.

 

1 Kommentar

  1. Hallo Peter,
    habe deine Berichte „Schule…“ mit Interesse verfolgt.
    Hast du gut geschrieben. Danke für deine Mühen! Weiter am Ball bleiben, dass wünsche ich mir!
    Gruß Angela

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