Lehrerkonferenz der Grundschule weist Vorwürfe zurück

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Grundschule Müncheberg
Die Grundschule und der Schulhort sollen in die Müncheberger Bergmannstraße umziehen, wenn es nach den Plänen der Stadt Müncheberg geht.

Müncheberg. Seit Monaten läuft in der Stadt eine zum Teil erbitterte und hochemotionale Diskussion, wie der Schulstandort Müncheberg künftig aussehen soll. Der Bauzustand der Schulen und öffentlichen Gebäude, die nicht mehr ausreichenden Kapazitäten für Kita, Hort und Grundschule, sowie der Leerstand eines Großteils der jetzigen Oberschule veranlassten die Stadtverwaltung, Überlegungen anzustellen. Dabei kristalisierte sich unter anderem eine Idee heraus, die Grundschule und die Oberschule in einem Gebäude in der Bergmannstraße unterzubringen.

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Aufgrund der Komplexheit der Gesamtproblematik rief die Stadtverodnetenversammlung eine Arbeitgruppe ins Leben, welche die verschiedenen Varianten prüfen sollte und die jeweiligen Pro und Contras gegeneinander abwägen sollte. Von den anfangs sieben Varianten einigte man sich letztendlich darauf, zwei Varinanten gegeneinander abzuwägen. Das Ergebnis dieser Arbeitsgruppe soll nun in der kommenden Stadtverordnetenversammlung am 6. Dezember vorgestellt und abgestimmt werden.

Lehrerkonferenz wehrt sich gegen Vorwürfe der Manipulation

Für Missstimmung bei den Lehrern und Elternvertretern der Grundschule sorgte im Vorfeld eine Sonderausgabe der Müncheberger Nachrichten, welche von der Stadtverwaltung Mitte November herausgegeben wurde. Darin informierte die Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky noch einmal über die Gründe, gerade jetzt über den Schulstandort Müncheberg nachzudenken und warum es diesen Vorschlag gibt, die Grundschule mit in das Gebäude der Oberschule mit einziehen zu lassen. 

Neben der Bürgermeisterin, wurden in dieser Sonderausgabe auch eine Stellungnahme der Schulkonferenz der Grundschule, vertreten durch Anne Greiser, und eine Meinungsäußerung von Laura Malzahn, die sich für eine räumliche Zusammenlegung beider Schulen am Standort Bergmannstraße auspricht, abgedruckt. Besonders die Vorwürfe, die Frau Malzahn gegenüber Lehrerinnen und Lehrern der Grundschule erhebt, sorgt für Entrüstung.

„Wir distanzieren uns entschieden von solchen verleumdenden Inhalten“
(Lehrerkonferenz der Grundschule Müncheberg)

In einem offenen Brief an die Bürgermeisterin und die Stadt Müncheberg kritisierten die Lehrer daraufhin, dass in dieser Veröffentlichung eine offensichtliche Einzelmeinung neben „der Meinung eines gesamten Mitwirkungsgremiums„, nämlich der Schulkonferenz, ausgewählt und abgedruckt wurde. Es könnte so der Eindruck entstehen, dass es auch eine große Anzahl von Befürwortern einer Schulzusammenlegung gibt. Doch ist dem wirklich so?

Laura Malzahn schreibt in ihrem Textbeitrag, dass die „Parolen“ die auf der Protestkundgebung am 4. Oktober auf dem Marktplatz von den Kindern gerufen wurden, ihrer Meinung nach nur eingeübt worden seien. Und weiter wirft sie den Lehrern vor, die Kinder „zu manipulieren und ihnen einzureden, dass die Oberschule kein gesunder Platz zum Lernen“ sei. Dieses sei jedoch nicht wahr und entbehre „jeder sachlichen Grundlage“ und stünde einem gemeinsamen Vorankommen im Sinne aller entgegen, so die Lehrervertreter.

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Auf Nachfrage erklärten Lehrervertreter weiter, dass sie nicht gegen die Stadt Müncheberg seien. Doch man könne den Eindruck bekommen, dass dies den Kritikern einer Zusammenlegung, insbesondere von den Lehrern, sofort nachgesagt wird. Doch dem ist nicht so. Der Lehrerkonferenz ginge es lediglich um eine faire und ergebnisoffene Diskussion. Doch es entstünde der Eindruck, dass das Ergebnis schon fest steht und eine tatsächliche Prüfung von Argumenten für beide Varianten nicht wirklich stattfindet. Denn wichtige Argumente fehlen auch in dem aktuell vorliegenden Ergebnis der Arbeitsgruppe Schulen. Vergeblich sucht man in diesem Papier (siehe Beschlussvorlage) historische und geschichtliche Aspekte der Schulstandorte.

Hätten Kinder und Jugendliche mit einbezogen werden müssen?

Im Paragraphen 18a der Brandenburger Kommunalverfassung, der erst im Juni dieses Jahres in Kraft getreten ist, heißt es im Absatz 1: „Die Gemeinde sichert Kindern und Jugendlichen in allen sie berührenden Gemeindeangelegenheiten Beteiligungs- und Mitwirkungsrechte.“ Und im später folgenden Absatz 4 heißt es dann weiter: „Bei der Durchführung von Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, soll die Gemeinde in geeigneter Weise vermerken, wie sie die Beteiligung nach Absatz 1 durchgeführt hat.“ In der Beschlussvorlage, die in der kommenden Sitzung von den Abgeordneten abgestimmt werden soll, findet sich keinerlei Hinweis auf eine Beteiligung und Berücksichtigung der Interessen der Kinder und Jugendlichen. Dennoch wollen die Stadtverordneten auf der Stadtverodnetenversammlung am 6. Dezember 2018 darüber entscheiden – Ein klarer Verstoß gegen die Brandenburger Kommunalverfassung?

 

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