Hinterglasmalerei von Astrid Germo in der Stadtpfarrkirche

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Hinterglasmalerei von Astrid Germo in der Stadtpfarrkirche

Müncheberg. Noch bis zum 4. Februar 2018 läuft die Ausstellung mit Hinterglasmalerei von Astrid Germo in der Stadtpfarrkirche Müncheberg. Unter dem Titel „Alles hinter Glas“ können die Besucher der Ausstellung diese etwas ungebräuchliche Technik der Malerei bewundern.

Bei der Hinterglasmalerei wird vom Künstler eine geradezu absurde Vorgehensweise verlangt. Die Bilder müssen seitenverkehrt gedacht und mit dem Vordergrund beginnend zum Hintergrund hin gemalt werden. Die Details kommen stets zuerst und dann erst folgen die sinngebenden bildbestimmenden Formen. Einmal Gemaltes kann dann nicht mehr korrigiert werden. Das verlangt nicht nur zeichnerische Präzision sondern auch viel bildliche Vorstellungskraft und jede Menge Erfahrung. All dies besitzt Astrid Germo reichlich und zudem die unbändige Lust, den Betrachter mit immer neuen raffinierten Farbkombinationen, Strukturen und Themen zu überraschen. Verbindendes Moment ihrer realistischen Malerei ist das Wunder des Lebens. Ob sie Menschen, Tiere, Landschaften oder Stillleben malt, stets geraten sie ihr zu einer Feier der Schöpfung.
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Ihre drei Grazien lagern nicht nur einfach auf einer Decke in der Landschaft; das scheinbar so zwanglos zufällige Bild ist eine hochdiffizile Bildkomposition, bei der nicht nur die Farben und Formen brillant auf einander abgestimmt sind sondern sich zwei große Dreieckformen wundersam ineinander verschränken. Dabei gelingen ihr, bei aller Intensität und Tiefe der Einzeltöne, schier unglaubliche Farbharmonien. Blutrot auf Weiß, Schwarz vor Tiefgrün, dazu Gelb, Beige und Blau verschwistern sich auf dem Grazien-Bild zu einem einzigen spektakulären Farberlebnis. Nie wird sie bunt oder schrill, immer sind ihre Arbeiten Sinnbilder einer schier unbegreiflichen kosmischen Harmonie. Fünf Schwäne überfliegen ein düsteres Waldstück und man glaubt die Flügel schlagen zu hören. Ein Rindvieh auf der Weide wendet seinen Kopf neugierig dem Betrachter zu. Sechs richtig dicke Spargelstangen auf dem Silbertablett rufen: Greif zu! Stählerne Brücken überspannen das von einem einsamen Paddler durchpflügte Wasser.

Neben all diesen Großartigkeiten zeigt Astrid Germo auch immer wieder die Schönheit im Kleinen. Fische inszeniert sie wie Reliquien; Flunder, Goldbrasse und Zander auf Seide, Samt und Brokat gewissermaßen. Über all diesen unfassbar schönen Dingen aber liegt auch ein winziger Hauch von Melancholie. Astrid Germo weiß um die Vergänglichkeit. Deshalb breitet sie ja das Wunder des Lebens so inbrünstig vor uns aus.

Astrid Germo studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Seit über dreißig Jahren lebt und arbeitet die gebürtige Hallenserin freischaffend als Glasgestalterin und Malerin in Potsdam. In unzähligen Einzel- und Gruppenausstellungen wurde ihr umfangreiches Œuvre präsentiert. Ihre Themen sind universell, ihre Technik ist die Hinterglasmalerei. Astrid Germos Arbeiten bezaubern durch die Strahlkraft der Farben, die klaren Linien, die phantasievollen Hintergründe. Wer sich länger auf die Bilder einlässt, entdeckt in ihnen neben interessanten Frauenporträts, Blumen, Tieren und teils essbarer Natur auch einen feinen Humor. Bereits seit dem 30. November sind ihre Arbeiten in Müncheberg zu sehen sein.

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