Kinoabend: Herr Wichmann aus der dritten Reihe

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Kinoabend: Herr Wichmann aus der dritten Reihe
Kinoabend im Landhaus Luckas: Herr Wichmann aus der dritten Reihe

Philippinenhof. Zu einem etwas anderen Kinoabend luden am Freitagabend Monique und Sven Luckas vom Landhaus Luckas in Philippinenhof. Auf dem Programm stand der Dokumentarfilm „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ vom Kult-Regisseur Andreas Dresen, der sich mit Filmen wie zum Beispiel „Stilles Land“, „Halbe Treppe“ oder „Halt auf freier Strecke“ bereits mehr als nur einen Namen gemacht hat. Mit seinem aktuellen Werk „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ begleitete Dresen den rührigen CDU-Politiker bereits ein zweites mal bei dessen Arbeit im Dienste der Demokratie. Vor knapp 10 Jahren begleitete Dresen den damaligen Uckermärker Kommunalpolitiker bei seinem Wahlkampf um ein Direktmandat für den Deutschen Bundestag. Leider hatte es damals nicht gereicht, um ins höchste Deutsche Parlament einzuziehen. Aber der Jungpolitiker gab nicht auf und widmete sein Engagement fortan der Kommunalpolitik als Mitglied im Kreistag des Landkreises Uckermark. Zur anschließenden Wahl des Brandenburger Landtags im Jahr 2009 wollte er es jedoch wieder wissen. Nach Jahren der Großen Koalition aus SPD und CDU war ein Listenplatz 20 für Wichmann nicht unbedingt aussichtslos. Aufopferungvoll und sehr engagiert kämpfte Henryk Wichmann um jede Stimme und fuhr nach eigenen Angaben auch ein recht ansehnliches Wahlergebnis für seine Partei ein. Da es jedoch für das Direktmandat nicht reichte, hätte er nur über die Liste in den Landtag kommen können. Aber hier ging es wieder einmal denkbar knapp zu. Die CDU erhielt nur 19 Sitze im Parlament, womit Wichmann wieder einmal hätte außen vor bleiben müssen. Aber es kam anders. Da die Regierung Platzeck sich nach links orientierte und aus Rot-Schwarz nun Rot-Rot wurde, verzichtete ein CDU-Mitglied auf sein Landtagsmandat und nahm stattdessen sein Mandat für das Europaparlament wahr. Henryk Wichman rutschte nun auf den Platz 19 und wurde Mitglied des Landtags in Potsdam. Dies erweckte abermals die Neugier von Regisseur Andreas Dresen und der Grundstein für einen zweiten Film war gelegt. Dresen begleitet nun den Landtagsabgeordneten Wichman ein Jahr lang bei seiner politischen Arbeit im Parlament und in seinem Wahlkreis in der Uckermark. Heraus kam ein eindrucksvoller Film eines Vollblutdemokratens der sich engagiert auch für die noch so kleinsten Dinge einsetzt. Dabei spielen für Wichmann Parteizugehörigkeit oftmals eine untergeordnete Rolle. Ob für „sich-nicht-öffnende-Türen“ in Vogelsang, ob für Trassenführung des Ostseeradweg von Berlin nach Usedom oder für sonstige Probleme – wo er sich reinkniete, konnte der Bürger gewiss sein, dass etwas in Bewegung kommt. Sein Motto war, dass man immer etwas bewegen kann, wenn man es nur wolle und sich entsprechend für eine Sache einsetzt. Der Film zeigt genau dies in teilweise tragischkomischer Weise. Mittlerweile scheint er zu einem Vorbild für die Kommunalpolitik zu werden. Und viele Bürger würde sich viel mehr Wichmann´s wünschen.

In der anschließenden Diskussionsrunde, welche von Monique Luckas moderiert wurde, hatten die Gäste dann ausreichend Gelegenheit mit Henryk Wichmann und Sabine Niels ins Gespräch zu kommen. Nicht wenige Zuhörer waren beeindruckt über das Arbeitspensum, welchem die Landespolitiker ausgesetzt sind. Allein der Fakt, dass dem 88-köpfigen Landtag eine Landesverwaltung von 40.000 Beamten gegenübersteht, lässt nur erahnen, mit wieviel Politikfeldern sich die Abgeordneten beschäftigen müssen. Die Themen werden immer komplexer und das Geld wird immer knapper. So wünscht sich Wichmann nicht unbedingt höhere Diäten für die Landtagsabgeordneten, sondern viel mehr eine bessere finanzielle Ausstattung für die Arbeit in den Wahlkreisen. Denn dort wird aus seiner Sicht die Politik gemacht. Auf die einjährigen Dreharbeit angesprochen, konnte er schon feststellen, dass einige Probleme nur gelöst werden konnten, weil die Kameras dabei waren. Auch Abgeordneten-Kollegin Sabine Niels sieht die Arbeit der Medien als sehr wichtiges Werkzeug an, um Probleme erst einmal ins Gespräch zu bringen. Es muss jedoch auch festgestellt werden, dass die Medien mittlerweile ebenfalls einem starken Kostendruck unterliegen. Da bleibt nicht mehr so viel Zeit, um Themen hinreichend zu recherchieren. Wir sind mittlerweile in einem Copy & Paste – Zeitalter angekommen, so Sabine Niels. Dennoch ermutigte sie die Bürger, die Medien aktiv zu nutzen und notfalls auch Recherchen und Formulierungen zuzuarbeiten. Abschließend wünschte sich Henryk Wichmann, dass die Bürger mehr Mut zu neuen Ideen haben. Nicht alles sei schlecht, nur weil man es nicht kennt.
Monique Luckas schloss den Abend mit dem Wunsch, dass wir alle gemeinsam optimistischer und ideenreichen in die Zukunft gehen. Und dazu gehöre auch ein starker und offener Dialog zwischern Bürgern, Abgeordneten und auch den Behörden bzw. Ämtern.

CDU) und Sabine Niels (B90/Die Grünen) im Gespräch mit Bürgern
Henryk Wichmann (CDU) und Sabine Niels (B90/Die Grünen) im Gespräch mit Bürgern im Anschluss an die Filmvorführung

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