Ehemaliger Heimattiergarten wird beräumt und dem Stadtforst übergeben

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Heimattiergarten wird beräumt und dem Stadtforst übergeben
Das Gebäude vom ehemaligen Heimattiergarten dient nun als Jugendclub.

Müncheberg. Es ist ein eher trauriger Anblick, wenn man sich in diesen Tagen das Gebiet rund um den Jugendclub anschaut. Denn der ehemalige Heimattiergarten wird beräumt und dem Stadtforst übergeben. Die angekündigte Beseitigung von Sturmschäden und das Fällen geschädigter Bäume hatten sich verzögert. Das teilte die Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky in ihrem Bericht auf der letzten Stadtverordnetenversammlung mit. Diese Arbeiten haben nun im Februar begonnen.

Von dem ehemaligen Heimattiergarten ist nun kaum noch etwas zu erkennen. Und das ehemalige Vereinshaus dient aktuell Kindern und Jugendlichen als Treffpunkt.

 

8 Kommentare

  1. Wieder einmal muss ich feststellen, dass es immer wieder im Frust endet sich mit Politik zu beschäftigen. Ich versuche wirklich in meiner kleinen Welt einiges richtig zu machen. Schau ich aber über meinen eigenen Tellerrand, fällt mir leider immer wieder eines zurück in meinen Kopf. Die Weissagung der Cree: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ So etwa ist die häufigste Übersetzung dieser Weisheit. Frau Bürgermeisterin, denken Sie bitte einmal darüber nach.
    Als ich am 20.02.2018 auf der Stadtverordnetenversammlung öffentlich die Begründung für das durch Sie zu vertretene Desaster um das Gebiet des ehemaligen Heimattiergartens erbat, wurde erklärt, dass es laut Flächennutzungsplan für dieses Areal eine Zweckbestimmung gäbe. Weiterhin erbat ich die Mitteilung wo dies nachzulesen sei. Mir wurde vor den Stadtverordneten und vertretenen Bürgern von Müncheberg erklärt, dass ich einen Termin bekommen würde um Einsicht in die Unterlagen zu erhalten. Am 21.02.2018 schrieb ich an die Stadt folgendes: „Sehr geehrte Frau Dr. Barkusky,
    bezüglich der gestrigen SVV würde ich sehr gerne auf Ihr Angebot der Sichtung der entsprechenden Unterlagen der Zweckbindungen des Geländes des ehemaligen Heimattiergartens zurück kommen. Da ich auf der Internetseite der Stadt lediglich den Flächennutzungsplan gefunden habe und in diesem die Nutzung der Fläche als Park/Grünfläche ausgewiesen ist, ist nicht nachvollziehbar, wie geltendes Baurecht auf internen Behördenwegen abgeändert werden kann. Auch die Begründung der Verkehrssicherheit ist nicht schlüssig, da dort kein Verkehr ist.
    Für einen kurzfristigen Termin, wenn möglich schon am 27.02. um 08.00 Uhr wäre ich sehr verbunden.“
    Ehrlich gesagt wundert es mich nicht, dass eine Antwort aus blieb. Dabei ist zu erwähnen, dass es eben dem Flächennutzungsplan nicht zu entnehmen ist, dass dieses Gebiet zum Stadtforst gehört. Laut dem Flächennutzungsplan, welcher auf der Internetseite der Stadt Müncheberg einsehbar ist, handelt es sich um eine Grünfläche. Eine Bewirtschaftung ist somit nicht vorgesehen, anders gesagt, schlicht illegal. Auch die von der Stadt nachgezogene Begründung, es wurden nur kranke Bäume und Sturmschäden beseitigt, lässt sich durch das Bildmaterial, welches durch von der städtischen Politik besorgte Bürger angefertigt wurde, schnell ausräumen. Und das Forstamt redet von einer Überalterung des Gebietes. Ich stelle mir die Frage, welcher Profession es bedarf um in Müncheberg Förster zu werden? Eine Linde wird bis zu 1000 Jahre alt, die Kiefer 600. Zählt man die Jahresringe der nun brach liegenden Bäume, kommt man im Schnitt auf ein Alter zwischen 25 und 40 Jahren.
    Auch wenn mir Bewusst ist, dass es wenig bringen wird, sah ich mich genötigt gegen die Stadt Müncheberg Strafanzeige zu stellen. Einer Privatperson droht eine Strafe von bis zu 65.000,-€ für die illegale Fällung eines Baumes. Als Bürgermeister wird man gewählt um sich für die Gemeinde, für das Dorf oder für die Stadt einzusetzen. Nicht um sie zu zerstören.
    Ein zutiefst wütender
    Frank Jaquet

    • Richtigstellung
      Sehr geehrte Frau Dr. Barkusky,
      es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum eine E-Mail aus einem Rathaus in meinem Spam-Ordner landet. Da dieser Ordner standardmäßig nicht angezeigt wird, habe ich diesen auch nicht kontrolliert. Wie dem auch sei, lagen die E-Mails dort und ich habe sie erhalten. Für meine Äußerungen diesbezüglich darf ich mich also in aller Form entschuldigen. Dieser Fehler liegt auf meiner Seite. Ich werde dies auch öffentlich darstellen.
      Nicht nachvollziehbar sind mir Ihre Äußerungen bezüglich ihres Wortes. Noch auf der SVV am 20.02. sagten die aus, es wurden nur überalterte, kranke und vom Windbruch befallene Bäume gefällt. Ich denke über diese Äußerung muss man wirklich nicht mehr reden, da es schlicht nicht stimmt. Auch die Äußerung der Stadt, die Jugendlichen einzubeziehen, wurde nicht eingehalten. Weiterhin habe ich keine Aufhebung der Zweckbestimmung des Heimattiergartens gefunden. Unter Punkt 3.10.3 des FNP ist das Gelände des Heimattiergartens eine öffentliche Grünfläche der Stadt Müncheberg. Ich bin einfach fassungslos über eine solche Politik.
      Frank Jaquet

      Jugend ist kein Lebensabschnitt, sondern ein Zustand des Geistes.

  2. Wozu der neue Jugendclub wirklich diente liegt wohl auf der Hand.Vorweg: Es ist richtig und gut das es diesen gibt.
    Aber er diente der Frau Barkusky nur zum Stimmenfang um als Bürgermeisterin wiedergewählt zu werden.Mehr nicht.Anderorts werden Bürgermeister ihres Amtes enthoben für das was sie veranstalten nur eben nicht in Müncheberg.Was wird wirklich für die Jugend getan? Im Grunde nichts.Denn das sieht man alltäglich abends an der Bushaltestellen in der Stadt.

  3. Das ist Arroganz und Ignoranz gegenüber Bürgern und Gesetz.
    Was jetzt am Heimattiergarten passierte, ist ein ganz klarer Gesetzesverstoß. Es gibt zum Heimattiergarten einen rechtskräftigen Bebauungsplan, in dem ganz genau festgeschrieben ist, was dort gemacht werden darf und was nicht. Früher war das rechtlich gesehen, ein Wald. Dieser wurde aber für die Errichtung des Heimattiergartens in eine (parkähnliche) Grünflüche umgewandelt. Das war erforderlich, weil in einem Wald kein Tierpark errichtet werden darf.
    Was der Bürger jetzt auf der Fläche bewundern kann, ist ein nahezu kompletter Kahlschlag (Kahlschläge sind im Übrigen in fortschrittlichen Forstbetrieben verpönt). Im Leitartikel und auch in zwei Berichten der Bürgermeisterin, zu lesen im Ratsinformationssystem, ist lediglich von einer Beräumung der Sturmschäden die Rede. Demnach waren alle Bäume mit einem Stammdurchmesser ab 30 cm von den Sturmschäden betroffen. Das muss ein riesen Chaos gewesen sein, bei dem durch ein göttliches Wunder das Besucherzentrum und die großen Kunstinstallationen verschont geblieben sind. Wie mahnende Monumente ragen sie aus dem Bruchholzchaos heraus.
    Mit der Erstellung des B-Planes wurden auch Gehölzpflanzungen als Ersatzmaßnahmen angeordnet. So wie die Fläche jetzt aussieht, dürften die nicht überlebt haben.
    Es ist mittlerweile mehrfach mit Fotos dokumentiert: Es wurden alle gesunden Bäume forstlich geerntet. Diese forstliche Ernte ist in Bezug auf den Bebauungsplan verboten. Es ist von Seiten der Stadt keine Umwidmung der Fläche bzw. Änderung des B-Planes beantragt worden. Die Stadt Müncheberg hat hier nach meiner Meinung eindeutig rechtswidrig gehandelt.
    Und dann ist da noch die Arroganz gegenüber den Bürgern. Wer den Kommentar von „Secand Homer“ vom Jugendclub genauer liest, spürt die Traurigkeit, nicht nur weil der Wald verschwunden ist, sondern weil die Politik den Jugendlichen keine Beachtung schenkt. Auch bei der letzten SVV wurde beantragt, die Fällmaßnahmen zu begutachten. Doch auch hier hieß es nur lapidar „Dem Forstbetrieb werde volles Vertrauen geschenkt“. Dieser Forstbetrieb verspritzt im übrigen Pflanzenvernichtungsmittel (Glyphosat?) im Stadtforst, da wäre ich mit meinem Vertrauen aber deutlich zurückhaltender.
    Apropos: Vielleicht wird die Fläche des Heimattiergartens absichtlich brutal entwertet, damit man plötzlich Ausgleichsflächen für die geplante Fotovoltaik-Anlage hat?

  4. Es ist eine riesige Sauerei. Damit solltet Ihr, weil unmittelbaar betroffen und die Sachlage kennend, ruhig woanders „laut“ vorstellig werden. Ich denke da so an Fortsamt, oder Naturschutzbehörde oder MOL Seelow irgendein passendes Dezernat oder wie das auch heißt.

  5. Die Darstellung der Stadt und das was real dort passiert sind zwei völlig unterschiedliche Sachen. War jemand aus der Stadtverwaltung oder der Stadtverordnetenversammlung mal vor Ort? sicher nicht. Hier wurden nicht Sturmschäden und einzelne beschädigte Bäume beseitigt,sondern alles!! verwertbare Holz geschlagen. Noch dazu ohne sachgerechte Technik (mit Bagger) und ohne Sachverstand. Wenn die Stadt den Auftrag erteilt hat, muss sie die ordnungsgerchte Umsetzung auch kontrollieren. Was hier passiert ist heißt Kahlschlag und Naturzerstörung! Jeder Hausbesitzer, der so arbeiten würde, muss mit einem Ordnungsbescheid rechnen. Es ist unglaublich, was in Müncheberg alles ungestraft mit der Natur und Umwelt gemacht werden kann!! Aber Sonntagsreden und Handeln sind eben unterschiedliche paar Schuhe! Ein neues unrühmliches Kapitel in Münchebergs Misverständnis mit seiner Außendarstellung. Müncheberg ist kein Tor zur Märkischen Schweiz und wird es so auch nicht werden. Das kann man nicht beschließen, das muss man sich verdienen!

  6. Im November 2017 luden wir die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Müncheberg, unsere Bürgermeisterin Frau Dr. Barkusky sowie Frau Buch ein, um an einer unserer Clubratsversammlungen teilzunehmen.
    Anlass dafür war der Zustand der Umgebung des Jugendclubs. Hauptsächlich störte uns der viele Schutt, der im Rahmen der Auflösung des Heimattiergartenvereins im Gelände des neuen Jugendclubs hinterlassen wurde. Dieser Schutt – unter anderem die Reste unnötig abgerissener Bauwerke und viele Holzbretter, die mit rostigen Nägeln bestückt waren – stellte lange Zeit eine Gefahrenquelle gerade für unsere jüngeren Clubbesucher dar, die gerne im ansonsten sehr schönen Wald „Verstecke“ oder ähnliches gespielt haben. Als bereits bei der Cluberöffnung im September 2016 nicht wie versprochen der Schutt beseitigt war, sicherte uns die Stadt zu, diesen spätestens bis Dezember 2016 zu beseitigen.
    Diese Frist wurde nicht eingehalten! Als Ende September 2017 der Schutt nach wie vor nicht beräumt war, luden wir, wie oben erläutert, die Verantwortungsträger der Stadt zu uns in den Club ein. Es wurde viel besprochen, versprochen und diskutiert.
    Bei diesem Gespräch teilte uns die Stadt mit, dass aufgrund des Sturms im Oktober 2017 die Bäume, die eine unmittelbare Gefahr beim nächsten Sturm für den Club darstellen würden sowie einige wenige Bäume mit Pilzbefall, gefällt werden sollen. Darüber hinaus sollten die wenigen Bäume beräumt werden, die in Folge des Sturmes umgefallen waren. Der umliegende Schutt sollte in einer freiwilligen Aufräumaktion von den Einwohnern der Stadt Müncheberg beseitigt werden. Dazu sollte uns ein Baucontainer zur Verfügung gestellt werden.
    Auf welche Art und Weise die Bäume gefällt werden sollten, stand bei der Versammlung bereits im Raum. Als Optionen wurde die vergleichsweise kostengünstige Fällung mit einem Harvester oder die etwas teurere Fällung nur einzelner Bäume vorgeschlagen.
    Uns Jugendlichen bedeutete dieses Stückchen Wald sehr viel. Wohlbewusst, dass ein Harvester nicht dazu gedacht ist, einzelne Bäume zu fällen, sprachen wir uns bereits während der Versammlung gegen den Einsatz des Harvesters aus. In Folge dessen wurde uns zugesichert, dass wir an einer im Dezember 2017 stattfindenden Versammlung im Rathaus eingeladen werden. Dort sollte diese Angelegenheit endgültig geklärt und darüber abgestimmt werden.
    Zu einer Versammlung wurden wir nie eingeladen. Zu der Aufräumaktion, die von der Stadt initiiert werden sollte, kam es nie.
    Der Wald gehörte zu unserem Jugendclub! Unser Jugendclub gehörte zum Wald!
    Als wir Mitte Februar zum Club kamen, um unsere Freizeit wie gewohnt an einem ruhigen und idyllischen Ort zu verbringen, war das, was wir kannten, schätzen und liebten, nicht mehr vorhanden. Neben dem zerstörten Stück Natur wurde auch unser Jugendclub, der eins mit dem Wald war, zerstört.

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