Feuerwehr blickt auf ein stürmisches, aber erfolgreiches Jahr 2017 zurück

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Feuerwehr blickt auf ein stürmisches, aber erfolgreiches Jahr 2017 zurück
Die Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky spricht auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Müncheberg am 26.01.2018 in der Feuerwache.

Müncheberg. Die Müncheberger Feuerwehr blickt auf ein stürmisches, aber erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Mit diesen Worten eröffnete Björn Groß, stellvertredender Ortswehrführer, die Jahreshauptsammlung der Ortsfeuerwehr Müncheberg am Freitagabend und begrüßte die zahlreichen Gäste. Gleichzeitig entschuldigte er den Ortswehrführer Carsten Greim, der leider nicht an der Hauptversammlung teilnehmen konnte. Er wurde wenige Tage zuvor unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt und befindet sich noch in stationärer Behandlung. Es ginge ihm jedoch den Umständen entsprechend gut, so Björn Groß weiter. Doch bevor es mit der offiziellen Versammlung losging, lud er die Anwesenden in die Fahrzeughalle ein, wo das neue HLF auf seine offizielle Indienststellung wartete.

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In der Fahrzeughalle dankte Björn Groß der Bürgermeisterin, der Verwaltung und auch den Abgeordneten für die schnelle Umsetzung des Wunsches nach einem modernen und leistungsfähigen Hilfeleistungslöschfahrzeuges. Denn nachdem die Feuerwehr im vergangenen Jahr in einem offenen Brief unter anderem die veraltete Technik beklagte und die Kameradinnen und Kameraden sehr zahlreich in einer Stadtverordnetenversammlung erschienen, änderte sich viel. So lagen zwischen Bestellung des HLF und Auslieferung im Dezember 2017 (Müncheberg aktuell berichtete), gerade einmal vier Monate. Mit einem Augenzwinkern meinte er, dass die Feuerwehr die Verwaltung künftig daran messen wolle.

Offener Brief war Ausgangspunkt für positive Veränderungen

Auch Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky freute sich über eine deutlich bessere Zusammenarbeit. Der offene Brief der Feuerwehr habe viel bewegt. Und auch die offzielle Indienststellung des neuen HLF 20 ist nicht zuletzt auf die verbesserte Zusammenarbeit, die der Brief auslöste, zurückzuführen. Sie dankte aber auch den Stadtverordneten und der Verwaltung, dass dieser organisatorische und finanzielle Kraftakt in so kurzer Zeit umgesetzt werden konnte. Mit dem Leasing des rund 340.000 Euro teuren Fahrzeugs habe die Ortswehr Müncheberg nun ein mordernes Fahrzeug, mit ausgezeichneten Bedingungen für die Einsätzkräfte. Erstmalig besitze die Feuerwehr nun eine Arbeitsplattform zur Rettung bei LKW-Unfällen. Stolz überreichte sie den Schlüssel zur offiziellen Indienststellung an die stellvertretenden Ortswehrführer Björn Groß und Steve Leue. Und nachdem dann das HLF selbst die Anwesenden mit Blaulicht und Tatütata begrüßte, konnte die Neuanschaffung ausgiebig besichtigt werden.

In den Versammlungsraum zurückgekehrt, gedachten die Anwesenden mit einer Schweigeminute den beiden verstorbenen Kameraden aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen, die bei Einsätzen während des Orkans Frederike im Januar ums Leben kamen. Dies zeige, dass jeder Einsatz auch Gefahren für die Einsätzkräfte insich birgt. Man müssen alles Mögliche tun, dass diese auch wohlauf zurückkehren. Und das neue Fahrzeug sei ein wichtiger Schritt dazu.

Mit dem eingangs erwähnten „stürmischen Jahr“ meine man nicht nur das „Luft machen“ gegenüber der Verwaltung, so Björn Groß in seiner der Eröffnungsrede. Vielmehr wirbelte auch der Orkan Xavier im vergangenen Oktober so einiges durcheinander. Und leider war im Bereich der Müncheberger Feuerwehr durch den Sturm auch ein Todesopfer zu beklagen (Müncheberg aktuell berichtete). Über 60 % der Einsätze im vergangenen Jahr waren technische Hilfeleistungen, viele davon sturmbedingt. Und dabei zeigte es sich, dass das Hubrettungsfahrzeug eine wichtige und wertvolle Hilfe bei den Einsätzen war und sich die Anschaffung gelohnt hat.

2018 wird ein Jahr der Jubiläen

Das Jahr 2018 wird für die Müncheberger Feuerwehr ein Jahr der Jubiläen. So jährt sich das Jahr der Gründung zum 130. Mal. Und auch die Jugendfeuerwehr feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag. Man freue sich schon jetzt auf die Feierlichkeiten, die für den Sommer geplant sind. Die lange Tradition der Feuerwehr in Müncheberg verpflichte. Und so möchte man „zu altem Glanz zurückkehren“. Auch nach dem turbelenten beginnenden Jahr 2017, zeigte sich Björn Groß optimistisch, was die künftige Zusammenarbeit mit der Verwaltung anginge. Schließlich zeige die Anwesenheit von Bürgermeisterin, acht Stadtverordneten und drei weiteren Mitarbeiterinnen der Verwaltung das große Interesse für die Feuerwehr. Dafür sprach er seinen Dank aus.

Im Anschluss an die Worte vom stellvertretenden Ortswehrführer berichtete Thomas Esbach über die Arbeit der Jugendfeuerwehr und die steigenden Mitgliederzahlen, was sehr erfreulich sei. Denn schließlich braucht eine Feuerwehr den Nachwuchs. Denn die Kinder und Jugendlichen seien die aktiven Feuerwehrleute von morgen. Stolz zeigte er sich vor allem bei den erreichten Leistungen im Feuerwehrsport. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit sei eine wichtige Aufgabe der Jugendfeuerwehr. Die Jugendfeuerwehr zählte im Jahr 2017 insgesamt 67 Mitglieder. Das sind 11 Mitglieder mehr, als im Vorjahr. 28 der 67 Mitglieder sind Mädchen.

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Die Bürgermeisterin würdigte die Einsatzbereitschaft und den generationsübergreifenden Zusammenhalt der Kameradinnen und Kameraden. Die Feuerwehr sei nicht nur ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge, sondern spiele auch eine große Rolle im gesellschaftlichen Leben in der Stadt. 2017 war für sie ein sehr „intensives Jahr“,  jedoch ehrlich und offen. Und den angestoßenden Dialog möchte sie gern auch im Jahr 2018 fortführen. Probleme sollten auch weiterhin offen angesprochen werden, so Uta Barkusky weiter. Ein Ziel sollte es auch sein, dass Müncheberg weiterhin eine Stützpunktfeuerwehr bleibt.

145 Einsätze im Jahr 2017

Der stellvertretenden Stadtwehrführer Udo Lau berichtet in seinen Ausführung über die nackten Zahlen aus dem vergangen Jahr. So wurde die Feuerwehr zu insgesamt 145 Einsätzen gerufen. 20 von ihnen waren Brände und 125 Einsätze waren technische Hilfleitstungen. Bei den Bränden waren 9 in die Kategorie klein, 8 in die Kategorie mittel und 3 in die Kategorie groß eingestuft. Es gab 3 Wohnungsbrände, 2 PKW-Brände und einen Waldbrand. Die restlichen Brandeinsätze zählen zu den sonstigen Einsätzen, wo er als Beispiel die wiederholten Mülltonnenbrände im Wohnpark anführte.

Bei den 125 technischen Hilfeleistungen entfielen 74 Einsätze auf Sturmschäden. Allein beim Sturmtief Xavier musste die Feuerwehr 33 mal ausrücken und in Müncheberg musste eine örtliche Leitstelle eingerichtet werden, da die Leitstelle überlastet war.  Weitere 24 Feuerwehreinsätze betrafen Hilfeleistungen nach Unfällen mit KFZ oder Krad. Dabei konnten 27 Menschen gerettet werden. Für drei Personen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Bei 11 Einsätzen mussten Ölspuren beseitigt und 12 mal mussten Türen geöffnet werden. Hinzu kamen noch eine Tragehilfe und 3 sonstige Einsätze. Insgesamt verfüge die Müncheberger Feuerwehr über 169 aktive Mitglieder, wobei 26 von ihnen Frauen sind.

Bei den Ausbildungen wurden im vergangenen Jahr 13 Feuerwehrleute an der Kettensäge ausgebildet und 6 bekamen eine Sprechfunkausbildung. Für das Hubrettungsfahrzeug bekamen 5 Kameradinnen und Kameraden eine Maschinistenausbildung und 1 Person eine Ausbildung für Hubrettungsfahrzeuge. Ein Feuerwehrmann nahm an einem Lehrgang zu den Gefahren von Elektrofahrzeugen teil. Bei den Führungskräften wurden ein Zugführer und zwei Gruppenführer ausgebildet.

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Runder Tisch war erfolgreich

Auch die Verwaltungsmitarbeiterin Anke Katschmarek, zuständig für die Feuerwehren der Stadt Müncheberg, bezeichnete das Jahr 2017 anfangs als holprig. Doch mit der Schaffung des Runden Tisches konnten dann erstaunlich schnell spürbare Ergebnisse erreicht werden. Hier führte sie als weiteres Beispiel die Führerscheinausbildung für die Klasse C an, die 6 Kameradinnen und Kameraden bereits erfolgreich abgeschlossen hätten und 4 weitere unmittelbar vor dem Abschluss stünden.

Neben erfolgten Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden der Feuerwehr, steht das neue Gerätehaus in Jahnsfelde vor der Fertigstellung. Und für einen weiteren Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Trebnitz laufen die Planungen. Schließlich seien noch zwei weitere neue Fahrzeuge geplant, eins davon für die Hermersdorfer Feuerwehr.

Bei der Neu- bzw. Erstatzanschaffung von Einsatzkleidung beklagte Anke Katschmarek Lieferschwierigkeiten. Zu erwähnen sei jedoch noch, dass das Feuerwehrgerätehaus in Müncheberg eine Ersatzstromversorgung erhalten soll, um bei einem längeren Stromausfall die Einsatzfähigkeit erhalten zu können.

Zwei Auszeichnungen und fünf Beförderungen

Krönender Abschluss der Jahreshauptversammlung waren die Auszeichnungen und Beförderungen. Für 50 Jahre treue Pflichterfüllung in der Freiwilligen Feuerwehr wurde der Brandmeister Joachim Schneider mit der Medaille für Treue Dienste in Gold ausgezeichnet. Löschmeister Christian Emmler wurde für 20 Jahre Treue Dienste mit der Medaille in Bronze ausgezeichnet. Beide Urkunden sind vom Brandenburgischen Innenminister Karl-Heinz Schröter unterzeichnet.

Die Kameraden Michael Bähr und Sigmar Esbach beendeten ihre aktive Feuerwehrzeit und wechseln nun in die Alter- und Ehrenabteilung.

Weiterhin erhielten eine Kameradin und 4 Kameraden der Ortsfeuerwehr Müncheberg ihre Beförderungsurkunden.

Name neuer Dienstgrad
Celina Greim Feuerwehrfrau
Sebastian Dorn Oberfeuerwehrmann
Patrik Baaske Oberfeuerwehrmann
Alexander Grünler Hauptfeuerwehrmann
Christian Lippert Löschmeister

 

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