Der Ökumenepreis 2018 ging nach Müncheberg

[Anzeige]
Der Ökumenepreis 2018 ging nach Müncheberg
v.l.n.r.: Gundula Morcinek, Elisabeth Carlson, Ariane Piech, Pfarrerin Karin Bertheau, Martina Schaefer, Dr. Uta Barkusky, Doreen Lindner, Pfarrer Bernhard Töpfner, Undine Brandt, Pfarrerin Inge Clausonet und Corinna Görner (Foto: Ökumenischer Arbeitskreis)

Berlin/Müncheberg. In jedem Jahr verleiht der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg den Ökumenepreis an Projekte und Personen, die sich um die Einheit der Kirchen verdient gemacht haben. Der Ökumenepreis 2018 ging nach Müncheberg und damit erstmalig nach Brandenburg an die Basis. In einer feierlichen Veranstaltung wurde der ökumenische Arbeitskreis Müncheberg für die vielen gemeinsamen Aktionen der evangelischen, katholischen und evangelisch-freikirchlichen Gemeinden geehrt. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

[Anzeige]


Preis sei wichtiges Signal für viele im ländlichen Raum

Die Laudatio hielt die Bürgermeisterin der Stadt Müncheberg, Frau Dr. Uta Barkusky. Darin hob sie das Engagement der Kirchen in der Stadt hervor, welches in vielfältigen gesellschaftlichen Bereichen sichtbar ist. Es umfasst viele Themenfelder, wie Politik, Natur und Umwelt, Kunst und Kultur, Sport, Heimatgeschichte und vieles mehr. In Vereinen, bei der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, bei der Nachbarschaftshilfe, bei der Integration unserer Flüchtlinge, oder bei sozialen Diensten – überall finden sich Menschen, die ehrenamtlich eigene Bedürfnisse zurückstellen und für andere eintreten. Dabei spiegelt sich das Engagement der Kirchen nicht nur im kirchlichen, sondern auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt Müncheberg wider.

Beispielhaft nannte die Bürgermeisterin den Wiederaufbau und die Einweihung der evangelischen Stadtpfarrkirche Sankt Marien im Jahr 1997, dessen Konzept einer gemeinsamen weltlichen und kirchlichen Nutzung einmalig ist. Aber auch das wöchentliche Treffen des Willkommenskreises in den Räumen der evangelischen Freikirche möchte sie erwähnen, wo sich die Kirchen, gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlern der Stadt, für die Integration von Flüchtlingen engagieren. Es gibt im Rahmen des Ökumenenkonvents regelmäßige Treffen von Haupt- und Ehrenamtlichen. Und zu verschiedenen Veranstaltungen der Stadt finden ökumenische Gottesdienste statt. Im Altenpflegeheim der Stadt Müncheberg wechseln sich die Seelsorger bei den 14-tägigen Andachten regelmäßig ab.

Bewundernswert finde Uta Barkusky, wie bereits Kinder und Jugendliche motiviert werden, sich in die Organisation von Veranstaltungen der Ökumene mit einzubringen und diese mitzugestalten. Dadurch lernen sie frühzeitig, Verantwortung zu übernehmen. Kinderfasching, Sommerfest und Sankt-Martins-Fest sind beliebte Veranstaltungen, die gemeinsam gefeiert werden. Und das verbinde. Und für diese Engagement dankte die Bürgermeisterin den Preisträgerinnen sehr.

[Anzeige]


Ökumenepreis stellvertretend für alle Ehrenamtlichen

Undine Brandt bedankte sich stellvertretend für den Arbeitskreis für die Würdigung ihrer Arbeit. Gleichzeitig sieht sie die Auszeichnung auch als Anerkennung, sich über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus zu vernetzen. Der ökumenische Arbeitskreis ist eine Gruppe von Frauen, die zum größten Teil in sozialen Berufen tätig sind und denen die Arbeit mit Menschen vertraut ist. Kennengelernt haben sie sich vor gut 15 Jahren im christlich-naturnahen Kinderhaus im Tempelberger Weg. Dieses steht in katholischer Trägerschaft und wurde von verschiedenen Familien gegründet. Und so lernten sie durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Konfessionen den Begriff der Ökumene aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen und schätzen.

Im ländlichen Raum haben alle Konfessionen die gleichen Probleme. Es gibt zu wenig Angebote für die Kinder, den Glauben so attraktiv und zeitgemäß zu gestallten, dass es ihnen Spaß und Freude bereitet, am Gemeindeleben teilzuhaben und ihren Glauben zu leben. So entstand die Idee für einen ersten gemeinsamen Kinderfasching. Und schon wenige Monate später wurde das erste gemeinsame Sommerfest in die Tat umgetzt. Mittlerweile sind diese Feste zum festen Bestandteil des kirchlichen und städtischen Veranstaltungskalenders geworden, mit wechselnden Veranstaltungsorten.

Wo es anfangs nur gemeinsame Aktivitäten der evangelischen und katholischen Kirche gab, stießen im Laufe der Jahre noch die evangelisch-freikirchliche und die neuapostolische Kirchengemeinde hinzu. Später brachte die evangelisch-freikirchliche Gemeinde, als Gründerin des Willkommenskreises für Flüchtlinge, Familien mit weiteren unterschiedlichen Konfessionen mit. Das ist gelebte Ökumene. Sie freue sich schon jetzt auf weitere gemeinsame Veranstaltungen, so Undine Brandt abschließend.

Was ist der Ökumenische Rat?

Der Ökumenische Rat ist die Arbeitsgemeinschaft von christlichen Kirchen in Berlin und Brandenburg. Sie alle verbindet der Glaube an den dreieinigen Gott. Mit gegenseitigem Vertrauen und Respekt sucht man die Verständigung untereinander und trägt dieses gemeinsame Anliegen in die Gesellschaft. Die Ökumene steht ein für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Die Ökumene fördert die Begegnung und Zusammenarbeit der Kirchen und tauscht sich über die Vielfalt der Glaubensformen und Traditionen aus und fördert eine gemeinsame Spiritualität.

Dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg gehören mittlerweile 32 verschiedene Kirchen an.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*