Das ehemalige Anglerheim in Müncheberg ist verkauft

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Das ehemalige Anglerheim in Müncheberg ist verkauft
Das ehemalige Anglerheim in Müncheberg ist verkauft und befindet sich nun in Privatbesitz.

Müncheberg. Das ehemalige Anglerheim in Müncheberg ist verkauft. Das bestätigte der Orstvorsteher Dr. Reinhold Roth Müncheberg aktuell auf Anfrage. Auf die Gründe angesprochen, wollte er nicht weiter darauf eingehen und zuckte resignierend mit den Schultern. Offensichtlich möchten Politik und Verwaltung diese „Akte“ nach mehr als 10 Jahren Gezerre  für immer schließen. Die Fragen, wie es überhaupt soweit kommen konnte und was hätte anders gemacht werden können, bleiben wohl unbeantwortet.

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Im Umfeld vom Anglerheim und am Waschbanksee sieht es schon länger sehr traurig aus. Das Foto wurde im Herbst 2017 aufgenommen.

Bekenntnis zum Anglerheim war einstimmig

Noch im Jahr 2008 hatte sich die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Müncheberg in einem Grundsatzbeschluss einstimmig für eine Sanierung des Anglerheims bekannt. Dazu hatte die CDU-Fraktion einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung gestellt. Und die Verwaltung wurde beauftragt, die Förderfähigkeit zu prüfen und Fördermittel zu akquirieren. Das Gebäude sollte weiter als Vereinshaus dienen und zusätzlich als Begengungsstätte allen Münchebergerinnen und Münchebergern zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt durch die schöne Lage am Waschbanksee in Nähe des Stadtzentrums bot sich das Anglerheim als öffentliches Gebäude an. Dazu wurde ein Arbeitsgruppe gebildet, die ein Nutzungskonzept erarbeiten sollte. In ihr waren Vertreter aus Politik, Verwaltung und vom Anglerverein vertreten. Dieser war zu diesem Zeitpunkt Pächter der Immobilie und für Bewirtschaftung und Erhalt verantwortlich. Und die Angler wollten auch weiterhin Teil eines Nutzungskonzeptes sein und signalisierten der Stadt Müncheberg, dass das Pachtverhältnis verlängert werden sollte.

Doch die Politik, allen voran der damalige Ortsbeirat, hatte größere Pläne mit diesem Gebäude. Denn schließlich wollte der Orstbeirat vom Ortsteil Müncheberg mehr als 300.000 Euro in die Finanzierung mit einfließen lassen. Es gab viele Ideen für eine künftige Nutzung. Offenes Haus für Vereine, Treffpunkt für Senioren und Raum für gesellschaftliche und private Veranstaltungen – und all das unter einem Dach. Und der Antrag der Angler, ohne die dieses Haus schon längst verfallen wäre, wurde hinausgeschoben. Ein Verlängerung des Pachtvertrages gab es nicht.

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Nach der Euphorie kam die Ernüchterung

Anfang 2010 ergaben Vorplanungen für die Sanierung des Anglerheims eine Kostenschätzung von fast 550.000 Euro. Hinzu kam, dass es wohl keine Möglichkeiten der Förderung geben sollte. Begenungsstätten würden in jener Zeit nicht gefördert, hieß es seitens der Verwaltung. Und die Mittel des Ortsteils Müncheberg hätten allein zur Sanierung nicht ausgereicht. Die Politik diskutierte nun angesichts der enormen Kosten, ob es generell noch Sinn machen würde, oder ob es nicht sogar ausreichend Begegnungsstätten in Müncheberg geben würde. Schließlich wurde in der Stadtverodnetenversammlung ein Beschluss gefasst, dass die Tätigkeit der Arbeitsgruppe bei veränderten Fördermöglichkeiten wieder aufgenommen werden soll. Und das Projekt Anglerheim verschwand von den Tagesordnungen, ebenso eine klare Vereinbarung mit den Anglern. Diese hätten nämlich gern ihr Anglerheim mit Eigenleistung erhalten und weiter genutzt. Doch da war immer noch die Frage, was passieren würde, wenn es auf einmal Fördermittel gibt.

Und so entschloss sich der Anglerverein aufgrund der fehlenden Planungssicherheit, seinen Pachtvertrag zum 31.12.2015 zu kündigen. Die Verwaltung war somit auf der Suche nach einer Nachnutzung. Neben Verkauf oder Neuvermietung wurde sogar über einen Abriss nachgedacht, wie aus der Verwaltung zu erfahren war. Das Interesse an dieser Immobilie soll jedoch sehr gering gewesen sein. Und so dauerte es letztendlich noch bis ins Jahr 2017 hinein, bis ein Käufer gefunden war.  Zu welchem Preis die Stadt das Anglerheim nun verkaufte, verschweigt der zuständige Fachbereich, mit dem Verweis auf den Datenschutz. Aber auch den Verkehrswert, welcher durch ein Wertgutachten für das Anglerheim ermittelt wurde, möchte die Verwaltung nicht preisgeben. Im Exposé zum Verkauf (siehe Amtsblatt vom 23.11.2015) stand als Verkaufspreis nur „…wird durch ein Gutachten ermittelt.„. Das Anglerheim ist nun Geschichte. Und zurück bleibt ein fader Beigesschmack.

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