Ausbildungstag der Jugendfeuerwehren Müncheberg

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Ausbildungstag der Jugendfeuerwehren Müncheberg

Müncheberg. Am Samstag stand für die Jugendfeuerwehren der Stadt Müncheberg der Ausbildungstag 2017 an. In einem kompletten 12-Stunden-Dienst sollte das Erlernte aus dem vergangenen Jahr unter realistischen Bedingungen geübt und gefestigt werden. In diesem Jahr sollte die Jugendfeuerwehr einen Einsatztag einer Berufsfeuerwehr simulieren.  Müncheberg aktuell war vor Ort und begleitete die Mädchen und Jungen an diesem spannenden und ereignisreichen Tag.

Der Tag begann pünktlich um 8:00 Uhr. Der stellvertretende Stadtwehrführer und Organisator dieses Ausbildungstages, André Strehmann, sowie die Bürgermeisterin der Stadt Müncheberg, Frau Dr. Uta Barkusky, begrüßten die rund 50 Nachwuchsfeuerwehrleute und cirka 40 Betreuer. Im Anschluss daran wurden zwei Züge gebildet, die über den Tag verteilt gemeinsam Aufgaben zu bewältigen hatten. Doch bevor es richtig los ging, wurde gemeinsam gefrühstückt, denn dies fördert die Kameradschaft, die bei Einsätzen enorm wichtig ist.

Die erste Überraschung für die Kinder gab es dann kurz vor Ausbildungsbeginn, als Anke Katschmarek von der Stadtverwaltung ein druckfrisches Jugendfeuerwehr-Handbuch präsentierte. Dieses wurde von Mitgliedern der Müncheberger Feuerwehr selbst entworfen und geschrieben und soll dem Feuerwehrnachwuchs künftig als wertvolle Ausbildunghilfe dienen. Im Anschluss ging je ein Zug in die therotische Ausbildung und der andere Zug wurde von Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr mit der Einsatztechnik aus den verschiedenen Ortswehren vertraut gemacht. Thema der ersten Theorieeinheit waren die Aufgaben einer Berufsfeuerwehr.

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Gegen halb elf kam dann die erste Einsatzmeldung rein. Auf einem Grundstück in der Müncheberger Waldstraße soll es bei Schweißarbeiten an einem Fahrrad zu einer Verpuffung gekommen sein, in dessen Folge es zu einem Brand kam. Also rückte der erste Zug in Richtung Siedlung aus. Vor Ort angekommen, musste von den Übenden erst einmal die Lage erkundet werden. Dabei stellten sie fest, dass sich eine bewusstlose Person nebst Gasflaschen noch im Gefahrenbereich befand. Also ging es im ersten Schritt um die Rettung des Verunglückten und die Kühlung der Gasflaschen, um weitere Gefährgungslagen zu verhinden. Während sich ein Trupp um die Erstversorgung des Verletzten kümmerte, begann die angeforderte Verstärkung mit der Brandbekämpfung.

Nur wenige Minuten nach dem ersten Alarm wurde auch der zweite Zug zum Einsatz gerufen. In der Oberschule Müncheberg hatte die Brandmeldeanlage Alarm ausgelöst. Am Einsatzort musste zuerst die Ursache des Alarms ermittelt weden und schnell wurde klar, dass sich noch 21 vermisste Personen im Gebäude befinden sollten. Also kam der Einsatzbefehl, die Schule systematisch nach Personen abzusuchen und mögliche Brandherde zu lokalisieren. Dabei stand die Eigensicherung an erster Stelle. Vor dem Haus wurde gleichzeitig der Skylift in Stellung gebracht, um einen schnell gefundenen Schwerverletzten über das Fenster im vierten Stock zu retten. Die restlichen Einsatzkräfte sicherten die Versorgung mit Löschwasser vom nahegelegenen Hydranten in der Bergmannstraße und richteten eine Sammelplatz für die Verletzten ein. Um die Personensuche zu simulieren, befanden sich in der Schule versteckte Blätter mit der Aufschrift „Person 1“, „Person 2″ und so weiter. Diese Personen galt es zu finden, schnellstmöglich aus dem Gebäude zu bringen und zu verorgen. Dazu wurde sehr auf das strukturierte Arbeiten am Einsatzort und die Einhaltung von Befehls und Informationsketten geachtet. Die jungen Kameradinnen und Kameraden mussten sämtliches Handeln mit der Einsatzleitung selbst absprechen und koordinieren, um so möglichst schnell das komplette Haus abzusuchen und nichts zu übersehen. Nach gut 90 Minuten Einsatz wurden dann 20 von 21 vermissten „Personen“ gefunden und versorgt. Da das Gebäude jedoch schon einmal komplett durchsucht wurde, erging der Einsatzbefehl zur erneuten gründlichen Durchsuchung der Schule. Diese konnte jedoch kurzfristig abgebrochen werden, da sich die letzte vermisste Person telefonisch bei den Rettungskräften gemeldet haben soll. Sie sei, unter Schock stehend, allein nach Hause gegangen. Auch dieses Szenario ist durchaus realistisch. Und so konnte der Einsatz beendet werden und es ging für alle zurück zur Wache am Wasserturm.

Nach der Mittagspause stand noch einmal Theorie auf dem Plan. Im Schulungsraum der Feuerwehr ging es um die Erstversorgung von Wunden. Dazu legten sich die Kinder gegenseitig Verbände an, die ihnen vorher fachmännisch von den Ausbildern gezeigt wurden. Parallel dazu lernte der jeweils andere Zug spielerisch die Feuerwehrtechnik besser kennen. So sollten beim Feuerwehr-ABC zu jedem Buchstaben aus dem Alphabet ein passender Gegenstand gefunden werden, in alphabetischer Reihenfolge auf den Vorplatz aufgereiht und im Anschluss vorgestellt werden. Dabei waren neben Technikkenntnissen bei dieser Übung auch die Selbstorganisation wichtig, um die Aufgabe als Team möglichst schnell zu lösen. Bei der zweiten Aufgaben war dann die Kreativität gefordert. Aus Feuerwehrequipment sollten Skulpturen erschaffen werden. Diese Aufgabe begeisterte sogar die anwesenden Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren so sehr, dass auch sie sich an diesem Kreativwettbewerb beteiligten, ausser Konkurrenz natürlich.

Nachdem gegen halb vier zum Vesper das aufgebaute Kuchenbuffet regelrecht leergefegt wurde, kam der Alarm zum dritten und letzten Einsatz für diesen Tag. Die Feuerwehr wurde zu einem Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen gerufen. Der Einsatzort war der Wirtschaftshof der Stadt Müncheberg in Marienfeld.

Auch hier ging es erst einmal darum, sich einen Überblick von der Gesamtlage am Einsatzort zu verschaffen. Und so stand für einen Trupp gleich die Erstversorgung der Verletzen an, während dessen weitere Kräfte die Einsatzstelle absicherten und den Brandschutz sicherstellten. Um die Person unter dem Auto befreien zu können, musste Hubtechnik eingesetzt werden. Gleichzeitig wurde die im Fahrzeug befindlich Person stabilisiert und für die Bergung vorbereitet. Dabei kam ein Verdacht auf, dass sich weitere Personen im Unfallfahrzeug befanden woraufhin die nachgeforderte Verstärkung mit dem Absuchen der Umgebung nach möglichen weiteren Opfern begann.

In diesem Einsatz zeigte sich deutlich, wie wichtig jeder Einzelne ist und vor allem wie wichtig die strukturierte Zusammenarbeit ist. Die Organisation von Löschwasser, die Regelung des Verkehrs an der Einsatzstelle und auch die technische Unterstützung, wie zum Beispiel die Ausleuchtung des Einsatzortes, sind für den schnellen und reibungslosen Ablauf am Einsatzort erforderlich. Dieses haben die Nachwuchsfeuerwehrleute an diesem Tag eindrucksvoll erleben können.

Gegen 18:00 Uhr war dann der letzte Einsatz für diesen Tag beendet und alle kehrten zurück zur Feuerwache. Dort angekommen erfolgte durch den Leiter der Übung, André Strehmann, noch eine kurze Tagesauswertung. Und auch Stadtwehrführer Carsten Greim zeigte sich abschließend zufrieden mit dem Ausbildungstag und lobte die Einsatzbereitschaft der Kinder und Jugendlichen und auch der vielen Helfer. Er wünsche sich, dass möglichst viele von den Mädchen und Jungen dabei bleiben und später selbst einmal als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehren von Müncheberg tätig sind und vielleicht sogar so einen Tag wie diesen für den Feuerwehrnachwuchs mitgestallten. Im Anschluss gab es dann für alle noch leckere Würste vom Grill.

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