90 Jahre Forschung in Müncheberg

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90 Jahre Forschung in Müncheberg

Müncheberg. Anlässlich des Jubiläums „90 Jahre Forschung in Müncheberg“ fand am Mittwoch Nachmittag in der Stadtpfarrkirche Müncheberg eine Festveranstaltung statt. Organisiert vom ZALF, dem Verein Freundes- und Förderverein der Forschung in Müncheberg e.V. und der Stadt Müncheberg folgten zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik der Einladung, um dieses Jubiläum zu würdigen.

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Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch die Administrative Direktorin des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Cornelia Rosenberg führte Prof. Klaus Müller moderierend durch das Programm. Er begann mit der Begrüßung der Ehrengäste, insbesondere der Bürgermeisterin der Stadt Müncheberg, des Landrats Gernot Schmidt sowie der anwesenden Landtagsabgeordneten. Besonders stolz zeigte er sich jedoch, dass er einen Enkel von Erwin Baur begrüßen durfte, der mit der Gründung des Kaiser-Wilhelm-Institutes am 29.09.1928 die Forschung nach Müncheberg brachte.

In Ihrem Grußwort unterstrich Bürgermeisterin Dr. Uta Barkusky die Bedeutung der Forschungseinrichtigung für die Stadt Müncheberg und zeigte sich beeindruckt über die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Müncheberg weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Sie sprach aber auch kritisch über fehlenden Wohnraum und die Erreichbarkeit der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch hier hoffe Sie, dass der 30-Minutentakt der Regionalbahn 26 zwischen Berlin und Müncheberg recht bald Realität wird. Ein besonderes Anliegen sei ihr jedoch der Erhalt der Obstbauversuchsstation, deren landfristiger Bestand alles andere als gesichert sei. Man dürfe nicht zulassen, dass diese einmalige Sammlung und umfassende Sortenvielfalt verschwinde. Bund und Land sollten diese Forschungsanstalt nicht aufgeben. Diese Meinung vertrat anschließend auch Landrat Gernot Schmidt, der die Bereitschaft des Landkreises für eine gemeinsame Lösung hervorhob.

90 Jahre Forschung in Müncheberg

In seinem Vortrag zur Geschichte des Forschungsstandortes Müncheberg berichtete Dr. Claus Dalchow, welche Schwierigkeiten Erwin Baur anfang des letzten Jahrhunderts hatte, diese Einrichtung zu gründen. Rund 10 Jahre lang schrieb der Wissenschaftler Anträge, um die Zustimmung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Gründung zu bekommen. Nachdem er am 10.03.1927 endlich die Zustimmung erhielt, konnte eine Fläche von 153 Hektar als Institutsgelände erworben und Forschungsgebäude errichtet werden. Am 29.09.1928 wurde dann das Kaiser-Wilhelm-Institiut für Züchtungsforschung eingeweiht, dessen Leitung Prof. Dr. phil. et. med. agr. h. c. Erwin Baur übertragen wurde.

Leider konnte Erwin Baur nur wenige Jahre in Müncheberg forschen, denn bereits 5 Jahre später, am 02.12.1933, verstarb er. Dennoch konnte er vieles anstoßen, sodass die erfolgreiche Arbeit fortgeführt wurde. Auch nach dem Krieg, wo die Gebäude der Forschungseinrichtung für kurze Zeit leer standen, zog es wieder Wissenschaftler ins dann umbenannte Instititut für Acker- und Pflanzenbau nach Müncheberg. Von 1970 bis 1990 war es dann das Forschungszentrum für Bodenfruchtbarkeit, unter der Leitung von Prof. Dr. Kundler. Hier stand noch die Ertragsmaximierung im Fokus der Forschung. Zur Wendezeit hielt dann die Nachhaltigkeit Einzug in die wissenschaftliche Arbeit. Und seit der formalen Neugründung des heutigen Zentrums für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung im Jahr 1992 wird die Forschung im Landschaftskontext betrieben. Das ZALF gehört seit 1997 zu der Wissenschaftsgemeinschaft G.W. Leibniz.

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Die 90-jährige Geschichte der Agrarwissenschaften war auch Grundstein für weitere Forschungseinrichtungen und Firmen. Dazu zählen unter anderem das Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln, das Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg, die Obstbauversuchsanstalt, die Forstforschung sowie die Münchebergerg Firmen Umwelt-Geräte-Technik GmbH und agrathaer GmbH.

Förderpreis der Stadt Müncheberg

Der Förderpreis der Stadt Müncheberg wurde von der Bürgermeisterin an Frau Dr. Jana Zscheischler verliehen, für ihre Forschungsarbeit zum Thema „Transdisziplinäre Forschung – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Worum es in Arbeit geht, erläuterte sie dann anschließend gleich selbst.

Dr. Jana Zscheischler erhielt den Förderpreis der Stadt Müncheberg.

Der abschließende Vortrag von Prof. Dr. Berg von der Universität Bonn zum Thema „Herausforderungen für die Agrarforschung“ arbeitete heraus, dass es zur wichtigsten Wissenschaft überhaupt gehört, die Menschheit nachhaltig ernähren zu können. Er endete mit dem Fazit:

Auch nach 90 Jahren erfolgreicher Forschungsarbeit bleibt noch viel zu tun.

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